[CPProt.net] China: Heimkehr kultureller Gegenstände
a.cremers3 at chello.nl
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Tue Apr 5 07:28:44 CEST 2005
Heimkehr kultureller Gegenstände
Die Wiedererlangung verlorener kultureller Objekte aus dem Ausland ist seit einiger Zeit ein heiß diskutiertes Thema in China. Unabhängig von der praktischen Durchführung einer sicheren Heimkehr solcher Gegenstände, ist es auch an der Zeit darüber nachzudenken, was diese Form kultureller "Wiedervereinigung" für China und die Welt bedeutet.
Seit den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts begannen derartige Gegenstände genauso schnell aus China zu verschwinden, wie die westliche Welt in China Einzug hielt.
Heute, viele Jahre nach dem Diebstahl der Gegenstände, fangen die Menschen an sich zu fragen, wo die Objekte wieder gefunden und ob sie nun an China zurückgegeben werden können. Die chinesische Regierung und einige Nichtregierungsorganisationen (NRO) haben einen Rückfluss derartiger Objekte nach China festgestellt.
Luo Zhewen, Präsident der Staatlichen Gesellschaft für kulturelle Relikte und Experte des staatlichen Amtes für den Schutz kultureller und historischer Relikte, beschreibt die Art der verloren gegangenen Objekte: "Chinesische kulturelle Relikte im Ausland können in drei Kategorien eingeteilt werden. Die erste Kategorie sind Objekte die als Geschenke an andere Länder gegeben wurden, ein Trend der seit der Tang-Dynastie üblich war. Die zweite Kategorie sind Gegenstände die zum kulturellen Austausch verwendet wurden. Die dritte Kategorie sind Objekte, die wir als ans Ausland verlorene kulturelle Relikte' bezeichnen, Gegenstände die durch Raub, Diebstahl und Schmuggel ins Ausland kamen."
In den letzten Jahren ist der Lebensstandard in China gestiegen und Chinas nationale Stärke hat zugenommen. Folglich hat Chinas Stimme mehr Gewicht, was wiederum die Möglichkeiten der Regierung zur Wiedererlangung verlorener kultureller Gegenstände verbessert. Außerdem gibt es eine wachsende globale Bewegung, bei der Entwicklungsländer immer lautstärker eine Rückgabe ihrer verlorenen Antiquitäten fordern.
Im Jahr 2002 wurde mit Unterstützung von über 300 Experten und Geschäftsleuten der Sonderfonds zur Rettung verlorener kultureller Relikte aus dem Ausland gegründet. Der Fonds steht unter der Ägide der chinesischen Stiftung für soziokulturelle Entwicklung.
Direktor des Fonds ist Zhang Yongnian. Zhang legt großen Wert auf die Aktivitäten seiner NRO: "Wir haben Menschen aus allen Gesellschaftsschichten dazu aufgerufen, sich die Bedeutung unseres Ziels klar zu machen und zu unserem Fonds beizutragen. Unser zweiter gegenwärtiger Arbeitsbereich ist die Sammlung von Informationen über verlorene kulturelle Relikte. Schließlich sammeln wir auch Gelder, um die Objekte zurückzukaufen."
Obwohl der Fonds keine Anstrengung scheut, die Gegenstände zu retten, ist festzustellen, dass die Objekte, wenn sie einmal in einem Museum sind, nur sehr schwer zurückzuerhalten sind. Daher konzentriert sich die Arbeit vor allem auf Objekte in privaten Sammlungen.
Der Fonds hat drei Möglichkeiten Objekte aus dem Ausland zurückzuerhalten. Die erste Möglichkeit ist die der Stiftung. Unternehmen oder Privatpersonen kaufen Objekte und stiften sie durch den Fonds der Regierung. Die zweite Methode ist, dass der Fonds Objekte mit fondseigenen Geldern erwirbt. Dies bezieht sich vor allem auf Gegenstände die vor der Gründung der Volksrepublik China legal von ausländischen Sammlern erworben und ins Ausland verbracht wurden. Damals gab es keine gesetzlichen Beschränkungen für den Export kultureller Objekte. Die dritte Möglichkeit ist eine Rückgabe der Objekte zu verlangen, die im 19. Jahrhundert während der Invasion Chinas durch westliche Länder gestohlen wurden. Aber dies ist der mit Abstand schwierigste Weg. Bisher hat es mit dieser Methode noch keinen einzigen Erfolg gegeben. Zhang ist der Überzeugung, dass wirtschaftliche Methoden am besten sind.
"Kulturelle Relikte sind nicht nur Zeugen der Geschichte und kulturell wertvoll, sie sind auch Wertgegenstände. Wir respektieren das Eigentum kultureller Relikte, wenn sie in der Hand von Einzelpersonen und gut geschützt sind. Darüber hinaus sind wir bereit angemessen, gemäß ihrem geschätzten Wert, für sie zu bezahlen, wenn die Eigentümer bereit sind sie nach China zu verkaufen."
(China.org.cn, CRI, 4. April 2005)
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