[CPProt.net] Bauernmaler Peter Hirt von Kunstdieben beraubt
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Mon Feb 7 16:27:10 CET 2005
Bauernmaler Peter Hirt von Kunstdieben beraubt
Der Kunst- und Bauernmaler Peter Hirt vor der von den Dieben aufgebrochenen
Holztür zu seinem Atelier.
(Foto:
http://www.azonline.ch/pages/index.cfm?dom=2&id=100646508&rub=100004716&arub
=100004856&nrub=0&sda=1)
Dem Kunst- und Bauernmaler Peter Hirt wurden aus seinem Atelier 16 Bilder
gestohlen. Die Diebe waren offenbar ortskundig und hatten es auf handgemalte
Kopien von Anker, Monet und Rembrandt abgesehen.
«Als ich nach dem Kaffee am Samstagmorgen die Zeitung holen wollte bemerkte
ich, dass die Tür zum Atelier offen steht», erklärt Peter Hirt. Die
Holztüre, unmittelbar neben der Tür zum Wohnhaus gelegen, war aufgebrochen.
«Sie wurde mit einem Flachwerkzeug geöffnet», erklärt Rudolf Woodtli von der
Kantonspolizei Aargau. Als Tatwerkzeug wird ein Stemmeisen oder ein grosser
Schraubenzieher vermutet.
In der Nacht von Freitag auf Samstag verschwanden aus dem Atelier von Peter
Hirt 13 Kopien von Anker-Bildern, zwei Monet und ein Rembrandt. Anhand der
Vorlagen konnte Hirt der Polizei angeben, welche Bilder ihm abhanden
gekommen sind. Bilder im Wert von mehreren tausend Franken. «Da arbeitet man
so viele Stunden und auf einmal ist alles weg», so der Künstler
konsterniert. «Heute ist nichts mehr sicher».
Perfekte Kopien
Die gestohlenen Werke sind zwar keine Originale, sie zeichnen sich aber
durch eine hohe Detailtreue aus. «Jedes Härchen der Frisur, jeder Grashalm,
jedes Blatt eines Baumes oder jede Schneeflocke muss mit dem Original
übereinstimmen. Meine Bilder müssen eine perfekte Kopie des Originals sein»,
so das ehrgeizige Ziel des Perfektionisten.
Die Qualität der Kopien, die von den Originalen nur sehr schwer zu
unterscheiden sind, ist wohl auch den Dieben ins Auge gestochen. Hirt wurde
nicht zum ersten Mal bestohlen. Während einer Ausstellung 2003 in Jegenstorf
entwendeten dreiste Diebe drei Anker-Kopien. «Diese Bilder haben ich noch
einmal gemalt. Lustig ist, dass diese drei Kopien nicht mitgenommen wurden».
Peter Hirt vermutet denn auch, dass ein Zusammenhangmit dem Diebstahl in
Jegenstorf und in Gränichen besteht.
Der Künstler hegt einen Verdacht. «Am Freitag, 28. Januar, läuteten zwei
Männer um sieben Uhr abends an meiner Tür und interessierten sich vor allem
für meine Anker-Kopien. Der eine sprach nur französisch, der andere
gebrochen Deutsch», so Hirt. Sie hätten Bilder von mir in Neuenburg gesehen.
«Da habe ich gemerkt, dass etwas faul sein muss, denn ich habe nie Bilder
nach Neuenburg oder Biel verkauft».
Trotzdem führte Hirt die beiden Männer, die Interesse an 10 bis 12
Anker-Bildern zeigten, durch sein Atelier. «Auch die Kopien von Monet und
Rembrandt schienen sie zu interessieren. «Sie sagten, sie würden sich wieder
bei mir melden und fragten beiläufig, ob ich in die Skiferien gehe». Da
wurde Hirt erst recht misstrauisch und hellhörig.
Das Signalement prägte er sich ein. «Nachdem sie gegangen waren, ging ich in
mein Büro und machte mir Notizen zu den beiden Personen: zirka 55 Jahre,
zirka 180 cm gross, ovales Gesicht, Schnauz, grau meliertes Haar, beiges
Hemd, braune Kleidung, schwarze Schuhe; zweite Person: 45 bis 50 Jahre,
zirka 165 cm gross, rundliches Gesicht, Brille, schwarzes Haar, braun/rotes
Hemd, schwarzer Kittel, braune Schuhe».
Peter Hirt meldete das merkwürdige Verhalten und das Signalement der Männer
der Polizei. «Leider konnte ich das Nummernschild nicht ablesen. Ich habe
nur gesehen, dass sie mit einem schwarzen Kombi wegfuhren», bedauert Hirt.
Dass sie ihr Auto nicht auf dem Parkplatz vor seinem Atelier parkierten,
machte ihn zusätzlich stutzig.Er vermutet, dass sie bei ihrem Besuch vor Ort
die Situation auskundschafteten. Weder er noch die Polizei konnten aber
aktiv werden.
Interessentin für Monet-Bild
Am vergangenen Donnerstag hatte Peter Hirt erneut Besuch, der ihm verdächtig
vorkam. Eine Frau interessierte sich für die Kopie eines Monet-Bildes, das
nun ebenfalls gestohlen wurde. «Auch diese Frau hat nicht vor dem Atelier
parkiert», so Hirt. «Ich würde sicher erschrecken, wenn diese Leute nach dem
Einbruch noch einmal kämen und tatsächlich Bilder kaufen würden».
«Trotz den verdächtigen Vorkommnissen der vergangenen Tage habe ich nicht
gedacht, dass mir so etwas passiert. Ich glaubte, dass ich mir da etwas
einbilde und unnötig Sorgen mache», so Hirt. «Ich vermute, dass die drei
gestohlenen Anker-Kopien von Jegenstorf guten Absatz gefunden haben». Der
Künstler nimmt an, dass die Einbrecher mit den Bildern für Nachschub auf dem
Kunstmarkt sorgen wollen. «Sicher werden die gestohlenen Bilder im
Kunsthandel, vermutlich sogar im Ausland, verkauft. Niemand stiehlt 13
Anker-Bilder für den Privatgebrauch.
Peter Hirt spielt mit dem Gedanken, Galerien in Neuenburg nach seinen
Bildern abzusuchen. Ob er dies in nächster Zeit tun wird, ist sich Hirt
selbst noch nicht im klaren. Angaben zum Einbruch oder Hinweise zum Verbleib
der Bilder sind an die Kantonspolizei in Aarau, 062 836 55 55, zu richten.
(mz)
http://www.azonline.ch/
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