[CPProt.net] 40 000 Bücher aus Anna Amalia Bibliothek restaurierbar
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Sat May 14 06:37:36 CEST 2005
40 000 Bücher aus Anna Amalia Bibliothek restaurierbar
May 13, 2005
Weimar (dpa) - Zwei Drittel der rund 62 000 beim Brand der Herzogin Anna
Amalia Bibliothek beschädigten Bücher sind nach Einschätzung der Stiftung
Weimarer Klassik restaurierbar. Bibliotheksdirektor Michael Knoche
bezifferte die Kosten für die Restaurierung historischer Bände auf etwa 20
Millionen Euro.
Für die Wiederbeschaffung verbrannter Bücher wird mit 47 Millionen Euro
gerechnet. «Wir sind weiter auf Spenden angewiesen», sagte Knoche. Die zum
UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Bibliothek veranschlagt für die
Wiederherstellung ihrer Bestände 20 Jahre.
Nach dem verheerenden Brand vor acht Monaten, bei dem auch der einzigartige
Rokokosaal in Mitleidenschaft gezogen wurde, waren die durch Löschwasser,
Rauch und Feuer geschädigten Bücher zur Gefriertrocknung nach Leipzig
gebracht worden. 33 000 Bände seien bisher nach Weimar zurückgekehrt. Vom 2.
bis 4. Juni soll bei einer Fachtagung in Leipzig über die weitere Strategie
der Restaurierung beraten werden. Dazu werden auch Experten aus Schweden,
Dänemark und den Niederlanden erwartet. Knoche geht davon aus, dass die
genaue Schadenserfassung Ende 2006 abgeschlossen ist.
Bisher gingen laut der Stiftung Spenden in Höhe von rund vier Millionen Euro
ein. Mit zugesagten fünf Millionen Euro vom Land Thüringen und fünf
Millionen der Vodafone-Stiftung sei die Finanzierung der Buchrestaurierung
auf gutem Weg, sagte Knoche. «In den nächsten Jahren können wir das
finanzieren, was wir tun müssen.» Für ihn geht es um die Wiederherstellung
des kulturellen Gedächtnisses, für das die Weimarer Forschungsbibliothek
steht. Zwei Fünftel aller Drucke, die aus der Zeit bis 1850 stammen, seien
erheblich beschädigt.
Für die Wiederbeschaffung verbrannter Bücher und Schriften - auch großer
Teile der fürstlichen Musikaliensammlung - ist die Bibliothek weiter auf der
Suche nach Geldgebern. Ein Teil der Bestände sei jedoch unwiederbringlich
verloren. «Es sind auch viele Unikate betroffen.»
Das Feuer Anfang September 2004, das sich aus einem Schwelbrand unter einer
Holzverkleidung entwickelt hatte, zog auch das mehrere hundert Jahre alte
Gebäude stark in Miteidenschaft. Es soll nach den Planungen der Stiftung bis
zum 200. Todestag der Herzogin Anna Amalia im Jahr 2007 saniert werden. Nach
Trocknung der durchfeuchteten Mauern wird laut Knoche in diesem Herbst mit
den Arbeiten begonnen.
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