[CPProt.net] Germany: Fire in Railway Museum depot destroys 24 historic locs
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Thu Oct 20 06:40:07 CEST 2005
Unschätzbare Werte vernichtet
Feuer in Museumsdepot der Bahn zerstört 24 historische Loks und Waggons
October 19, 2005
Nürnberg. Ein Großbrand in einem Schaudepot des Nürnberger DB-Museums hat in
der Nacht zum Dienstag unschätzbare Werte der deutschen Bahngeschichte
vernichtet.
Insgesamt seien 24 historische Loks und Wagen Opfer der Flammen geworden,
berichtete Museumsleiter Jürgen Franzke. Nürnberg war unser bundesweit
wichtigstes Depot, stellte der Museumschef fest. Der Brand habe ein Fünftel
der Lok- und Wagensammlung des DB-Museums zerstört. Unklar sei, ob ein Teil
der Exponate restauriert werden könne.
Die Ursache des Brandes war am Dienstag noch nicht bekannt. Nach ersten
Erkenntnissen der Ermittler waren am Montag Arbeiter mit der Sanierung des
Depotdachs beschäftigt. Dabei seien Bitumenbahnen heiß verklebt worden.
Inwieweit dies mit dem Brandausbruch zusammenhängt, kann noch nicht
beurteilt werden, betonte die Polizei.
Franzke schätzte den materiellen Schaden auf mehrere Millionen Euro.
Historisch betrachtet ist der Wert aber nicht zu beziffern, fügte er
hinzu. Zu den ausgebrannten Exponaten gehöre auch ein originalgetreuer
Nachbau des Adlers aus dem Jahr 1935, der ersten funktionstüchtigen
Lokomotive Deutschlands. Das Museum besitze nun nur noch einen Nachbau, der
nicht betriebsfähig sei. Dieser sei in dem vom Brand nicht betroffenen
Museum in der Innenstadt ausgestellt. Auch Bahnchef Hartmut Mehdorn sprach
von einem schwer wiegenden und bitteren Verlust für die Bahn.
Besonders schwer wiegt nach Franzkes Einschätzung der Verlust der letzten
von der Bundesbahn gebauten Dampflok, einer aus dem Jahre 1959 stammenden
Lok der so genannten Baureihe 23. Damit ist diese Baureihe total
ausgestorben, klagte der Museumschef. Er kündigte an, man werde versuchen,
einen Teil der zerstörten Fahrzeuge originalgetreu nachzubauen. Die Pläne
dafür sind vorhanden, und auch bei der DB gibt es dafür Kapazität, sagte
Franzke. Unklar war am Dienstag, in welchem Umfang eine Versicherung für die
Wiederherstellung der Loks und Wagen aufkommt.
Das Feuer war am Montagabend gegen 20 Uhr ausgebrochen und hatte sich
schnell auf die gesamte 1500 Quadratmeter große Halle ausgedehnt. Der
Sprecher der Nürnberger Feuerwehr, Hans-Peter Reißmann, sagte, zusätzliche
Nahrung habe das Feuer durch Schmierstoffe und Diesel erhalten, der in den
Tanks von Loks gewesen sei. Eine Diesel-Lok sei explodiert.
Der in der Nähe verlaufende Bahnverkehr zwischen Nürnberg und Erlangen bzw.
Würzburg war für dreieinhalb Stunden unterbrochen. Auf Grund des starken
Rauchs sperrte die Polizei Teile einer am Brandort vorbeiführenden
Innenstadt-Autobahn. Auch eine Brücke war für rund sieben Stunden nicht
passierbar.
In dem Lokschuppen waren Loks und Wagen untergebracht, für die im drei
Kilometer entfernten DB-Museum kein Platz mehr war. Dort soll wie geplant an
diesem Donnerstag die Ausstellung Ein Jahrhundert unter Dampf Die
Eisenbahn in Deutschland 1835 bis 1919 eröffnet werden.
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